Collodi


Der Ort Collodi ist weltberühmt geworden durch Carlo Lorenzini, dem Autor von 'Die Abenteuer von Pinocchio', der diesen Namen als sein Pseudonym gewählt hat, da es der Geburtsort seiner Mutter war.
Neben der Bibel und dem Koran gehört das Buch 'Die Abenteuer von Pinocchio' zu den meist gedruckten in der Welt.
Collodi hat sich aufgrund von drei Sehenswürdigkeiten - einer antiken Stadtanlage, der Villa Garzoni mit ihrer Parkanlage und des Parkes von Pinocchio - zu einem touristischen Anziehungspunkt entwickelt.
Drei verschiedene und von einander unabhängige Reiseziele, die aber eines gemeinsam haben: ihr harmonisches Eingebettetsein in die toskanische Landschaft und ihre magische Kraft, die Phantasie des Besuchers ins Märchenhafte oder Phantastische schweifen zu lassen. Die Gründung der antiken Stadtanlage und das Schloß von Collodi, deren Entstehung denen vieler anderer mittelalterlicher Stadtanlagen und Burgen gleicht, fanden bereits Ende des 12. Jahrhunderts urkundliche Erwähnung. Es waren vorrangig militärische Gründe, die die Bevölkerung zwangen, das Tal zu verlassen, um Schutz in der Festungsanlage auf dem angrenzenden Hügel zu finden.
Der Hügel, Colle di Odo oder di Odolo genannt, verrät einen eindeutig germanischen Ursprung. Collodi lag unglücklicherweise genau auf der Grenzlinie zwischen den Provinzen Lucca und Florenz, was dazu führte, daß der Ort immer wieder zum Auslöser für kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den beiden Provinzen für über ein Jahrhundert - von 1329 bis 1442 - wurde.
Nach zahlreichen Belagerungen und Unterdrückung wurde Collodi zu einem befestigten Vorposten der Republik Lucca, deren Wirtschaft sich auf den Olivenanbau, zahlreiche Mühlen, Ölmühlen, Seidenspinnereien und die Herstellung von Papier gründete, wobei diese sich das Wasser des Pescia Minore für ihre Produktion zu Nutze machten.
Äußerst bemerkenswert ist die Struktur der alten Stadtanlage, die es auch heute noch nur erlaubt, diese zu Fuß zu besichtigen.
Die vielen kleinen Häuser ranken sich an dem steilen Hang entlang, oben die antike Burg, unten die prächtige Villa Garzoni. Durch schmale, mit Pflastersteinen versehene, Gassen, vorbei an Häusern, die noch immer ihr mittelalterliches Aussehen bewahrt haben, die Reste der mittelalterlichen Befestigungsanlage passierend, gelangt man zum höchsten Punkt des Ortes - zur Pfarre 'S. Bartolomeo' aus dem 13. Jahrhundert.
In ihrem Inneren befinden sich bedeutende Kunstschätze: eine Wandtafel aus dem 16. Jh., die 'Die Jungfrau auf dem Thron' darstellt, welche von einigen der 'Raffaelischen Schule`zugeordnet wird. Des weiteren findet sich eine Holzskulptur aus dem 15. Jh., die 'Die Jungfrau mit dem Kind' darstellt und aus der gleichen Zeit eine Darstellung der 'Santa Lucia' aus Terrakotta (aus der Schule des Matteo Civitali) und eine Holzskulptur, die den 'Heiligen Bartholomeus' darstellt (aus der Schule des Jacopo della Quercia), ebenfalls aus dem 15. Jh..